Freaky Friday mit Tricks & Torpedos

Mats Moraing, Foto: Gepa Pictures
Mats Moraing, Foto: Gepa Pictures

Die Semifinal-Matches sind geschlagen und versprechen für den Final-Samstag ein Feuerwerk an Spielwitz und Power – auch Dank zweier Herren, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Sechster Tag NÖ Open powered by EVN am TC Tulln, sechster Tag Kaiserwetter! Den Auftakt machten die Brasilianer Rafael Matos und Felipe Alves Rodrigues Meligeni, übrigens Neffe des ehemaligen French-Open-Semifinalisten Fernando Meligeni, mit ihrem glatten 6:3, 6:3 über die Deutschen Johannes Härteis und Benny Hassan. Ein Match, dem die beiden Südamerikaner mit ihrer sagenhaften Serviceleistung ihren Stempel aufdrückten. 91 Prozent der ersten Aufschlägen trafen ihr Ziel, 78 Prozent davon führten zum Punkt.

Die zweite Doppelbegegnung des Tages entschied die deutsch-italienische Paarung aus Publikumsliebling Dustin Brown und Andrea Vavassori gegen die topgesetzten Andre Goransson (SWE) und Nathaniel Lammons (USA) ebenfalls glatt mit 6:3, 6:2 für sich. „Wir haben eigentlich nicht viel falsch gemacht, aber speziell Dustin hat uns mit seinen extrem schnellen Returns in wichtigen Situationen den Nerv gezogen“, so Lammons. Das Doppelfinale am Center-Court von Tulln steigt am Samstag um 11.00 Uhr.

Nerv ziehen ist auch eine Spezialität des Siegers im ersten Einzelhalbfinale. Der 20-jährige Franzose Hugo Gaston (ATP-Nr.: 127) liebt es, mit seinen Schlägen möglichst die komplette Physik auszunutzen – auch gegen Kamil Majchrzak (25, ATP-Nr. 114). Aber nach dem sich der Pole in Satz eins noch in Gastons wildem Variantenmix aus Tempo-, Drall- und Flugbahnwechsel zurechtfinden musste, knöpfte er seinem 1,73 m großen und temporär beim Aufschlag schwächelnden Gegenüber Satz zwei vor allem mit trockener Konstanz beim Return ab. Genau diesen Spieß drehte Gaston dann im dritten, von insgesamt fünf Breaks geprägten Durchgang um und ließ seinen Gegner neuerlich die ganz weiten Wege gehen. Das Endergebnis war dann tatsächlich für den Hugo – 6:3, 3:6 und 6:4.

Kurz nach 17.00 Uhr startete dann das Duell der Linkshänder-Riesen – sowohl die Tullns Nummer 2 Jiri Vesely (28, ATP-Nr.: 90) wie auch Überraschungsmann Mats Moraing (29, ATP-Nr. 242) ragen stattliche 1,98 m aus dem Platz. Dementsprechend dann das von direkt auf den Endzweck ausgerichteten Aufschlag-Raketen und ebenso flachen wie riskanten Grundschlägen geprägte Match. Und tatsächlich war es kurz vor Einbruch der Dunkelheit der Mann aus Mühlheim aus der Ruhr, dessen Technik im familieneigenen Tenniscenter geprägt wurde, der mit 3:6, 7:5 und 6:3 das bessere Ende für sich hatte. Mats Moraings kompakte Analyse: „Im ersten Satz war Jiri gefühlt klar besser, im zweiten bin ich immer besser reingekommen und im dritten Satz war ich beim Return – besonders von der Rückhand – etwas konsequenter und habe ihm weniger freie Punkte gelassen.“ Das Endspiel der NÖ Open powered by EVN, in dem Mats Moraing um seinen vierten Einzeltitel auf der ATP Challenger Tour und Hugo Gaston um seinen ersten spielt, startet nicht vor 13.00 Uhr.

Beim ebenfalls am TC Tulln gespielten Final-Four der besten heimischen Klubteams in der HENN Bundesliga wurden am Freitag die Finalgegnerinnen der Damen ermittelt. Am Sonntag treffen im Endspiel das Original Kornspitz Team OÖ und der UTC Fischer Ried aufeinander. Am Samstag ab 11.00 Uhr kämpfen dann die Herren um die Endspieltickets. Infos via www.oetv.at

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