Hipfl verpasst nach tollem Fight den Viertelfinaleinzug

Foto: NÖ Open/Manfred Binder

Für Nico Hipfl sind am Mittwoch die NÖ Open powered by EVN (6. bis 13. September 2026) im Achtelfinale zu Ende gegangen. Nach seinem ersten Sieg im Hauptbewerb eines ATP-Challengers lieferte der 20-jährige Österreicher dem an Nummer acht gesetzten Argentinier Alex Barrena einen intensiven Kampf über zweieinhalb Stunden, musste sich am Ende aber mit 2:6, 7:6 und 3:6 geschlagen geben.

„Die Enttäuschung ist natürlich ziemlich groß, aber im Großen und Ganzen war es trotzdem eine gute Leistung von mir. Der Start war sicher nicht ideal, vielleicht war die Nervosität ein bisschen größer als gestern. Dadurch sind mir ein paar einfache Fehler mehr passiert“, bilanzierte Hipfl. „Die Chancen waren definitiv da. Ich hatte einige Breakbälle, die ich leider nicht genutzt habe. Aber Südamerikaner sind immer schwierig zu spielen, echte Arbeiter und Wühler. Am Ende hat er es besser gemacht.“

Dabei erwischte Nico Hipfl nach seinem fulminanten Erstrundenerfolg gegen Hynek Barton (CZE) keinen guten Start. Gleich zu Beginn musste der Österreicher sein Service abgeben, ehe sich bereits das zweite Game zu einem Schlüsselspiel entwickelte. Mehr als 15 Minuten lang ging es hin und her, beide Spieler ließen Spiel- und Breakbälle ungenutzt. Barrena behielt schließlich die Oberhand und stellte auf 2:0. Auch danach blieb die Partie von zahlreichen engen Games geprägt. Hipfl erspielte sich immer wieder Möglichkeiten, ließ bei den entscheidenden Punkten aber zu viel liegen. Barrena blieb seinerseits ebenfalls fehleranfällig, konnte die wichtigen Punkte aber häufiger für sich entscheiden und holte den ersten Satz mit 6:2.

Hipfl kämpft sich zurück und erzwingt Entscheidungssatz

Im zweiten Durchgang stabilisierte sich der Österreicher zunehmend. Hipfl wehrte zunächst Breakmöglichkeiten ab, ging erstmals in Führung und erhöhte danach spürbar die Schlagzahl. Zwar folgte auf ein Break des 20-Jährigen unmittelbar das Rebreak, insgesamt agierte Hipfl nun aber konstanter und druckvoller. Die Entscheidung musste im Tiebreak fallen – und dort hatte der Österreicher das Momentum auf seiner Seite. Hipfl behielt die Nerven und erzwang den dritten Satz.

Im Entscheidungssatz geriet Hipfl erneut früh mit einem Break in Rückstand. Gleichzeitig machten sich körperliche Probleme bemerkbar, die bereits gegen Ende des zweiten Durchgangs begonnen hatten. „Es sind immer wieder Bauchkrämpfe gekommen. Ich habe noch versucht, mit einem Medical Timeout etwas dagegen zu unternehmen, aber es hat nicht wirklich einen Unterschied gemacht“, erklärte der Österreicher.

Trotzdem bekam Hipfl noch Möglichkeiten, in die Partie zurückzukehren. Doch auch diesmal ließ er seine Chancen ungenutzt. Insgesamt erspielte sich der 20-Jährige in dieser Partie 16 Breakbälle, konnte davon aber nur zwei verwerten. Barrena brachte den dritten Satz nach Hause und zog mit 6:2, 6:7 und 6:3 ins Viertelfinale ein.

Für Hipfl bleibt dennoch eine erfolgreiche Woche in Tulln – mit seinem ersten Sieg auf ATP-Challenger-Ebene und der Bestätigung, auf diesem Niveau mithalten zu können. „Ich blicke auf eine gute Woche zurück. Ich spiele meiner Meinung nach eine gute Saison und bin zufrieden mit meiner Entwicklung. Das mittelfristige Ziel ist, mich fix auf Challenger-Ebene zu etablieren. Und in den nächsten drei, vier Jahren möchte ich in die Top-100“, so Hipfl.

Kolar souverän, Soto muss über drei Sätze

Als erster Spieler hatte am Mittwoch Zdenek Kolar sein Viertelfinalticket gelöst. Der an Nummer drei gesetzte Tscheche ließ seinem Landsmann Martin Krumich beim 6:2, 6:4 wenig Möglichkeiten und zog souverän in die Runde der letzten Acht ein. Kolar trifft nun auf Hipfl-Bezwinger Barrena.

Deutlich mehr Arbeit hatte Matias Soto. Der Chilene, der in der ersten Runde den Österreicher Sandro Kopp ausgeschaltet hatte, musste gegen den Deutschen Marvin Möller über die volle Distanz. Nach zwei intensiven und ausgeglichenen Sätzen übernahm Soto im Entscheidungssatz vollständig das Kommando und setzte sich mit 6:4, 3:6 und 6:0 durch. Um den vierten Viertelfinalplatz des Tages spielen noch der Deutsche Marko Topo und Vitaliy Sachko aus der Ukraine. Der Gewinner bekommt es dann mit Soto zu tun.

Fotos: NÖ Open/Manfred Binder

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