Oberleitner vor Davis-Cup-Premiere: „Etwas ganz Besonderes“
Neil Oberleitner zählt aktuell zu den großen österreichischen Erfolgsgeschichten auf der Doppel-Tour. Nach seinem ersten ATP-250-Titel in Winston-Salem und einer starken Saison wartet auf den 27-Jährigen nun der nächste Höhepunkt: Beim Davis-Cup-Duell gegen Belgien am 18. und 19. September steht der Wiener erstmals mit der realistischen Chance auf einen Einsatz im österreichischen Team.
Erst am Montag kehrte Oberleitner, der von Champ Events betreut wird, aus den USA zurück, bereits zwei Tage später stand er wieder auf dem Trainingsplatz. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nach den erfolgreichen Wochen ohnehin nicht. „Ich fühle mich gut und bin gut in Form, wie man in Amerika gesehen hat. Ich habe dort meinen ersten Titel holen können und hoffe natürlich, dass ich diesen Schwung jetzt auch in den Davis Cup mitnehmen kann“, sagt Oberleitner.
Selbstvertrauen als Schlüssel für die starke Saison
Dass es für den Österreicher in dieser Saison einen deutlichen Schritt nach vorne gegangen ist, führt Oberleitner vor allem auf einen Faktor zurück: Selbstvertrauen. Bereits zu Jahresbeginn gelangen ihm mit seinem damaligen Partner NarayanaswamySriram Balaji einige wichtige Erfolge. Auch nach dem Partnerwechsel zu Peter Nouza (CZE) setzte sich der Aufwärtstrend fort. Der längst überfällige ATP-250-Titel und der Viertelfinaleinzug bei den French Open in Paris waren weitere starke Ausrufezeichen.
„Confidence ist das A und O. Ich habe am Anfang der Saison gleich ein paar enge Matches gewinnen können und diesen Schwung gut mitgenommen“, erklärt Oberleitner. Auch zwischenzeitliche Erstrundenniederlagen konnten daran wenig ändern. Spätestens mit dem Turniersieg in Winston-Salem war der Österreicher wieder voll auf Erfolgskurs.
Die starken Leistungen blieben auch Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer nicht verborgen. Wenige Tage nach seiner Rückkehr aus den USA erhielt Oberleitner den entscheidenden Anruf. „Jürgen hat mich angerufen und ich war natürlich überglücklich. Ich war schon einmal beim Team dabei und habe ein bisschen Davis-Cup-Luft schnuppern können. Aber jetzt die Möglichkeit zu haben, wirklich zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Ich freue mich riesig, mein Land vertreten zu können.“
Alte Verbindung mit Miedler
Sollte Oberleitner gegen Belgien tatsächlich im Doppel zum Einsatz kommen, könnte es zu einer Neuauflage einer bereits erprobten österreichischen Paarung kommen. Mit Lucas Miedler stand er schon vor einigen Jahren gemeinsam auf dem Platz – unter anderem auf Future-Ebene in Heraklion und Salzburg. „Das ist schon eine Weile her, sogar noch vor der Pandemie. Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir gemeinsam zwei Finals gespielt und eines davon gewonnen“, erinnert sich der 27-Jährige. „Es hat also gut funktioniert. Jetzt hoffen wir natürlich, dass wir das vielleicht im Davis Cup fortsetzen können.“
Bevor ab Montag die unmittelbare Vorbereitung mit dem österreichischen Team beginnt, wartet auf Oberleitner noch das Bundesliga-Finale. Danach liegt der Fokus vollständig auf Belgien. „Wir werden viel Zeit miteinander verbringen und natürlich viel trainieren. Es geht auch darum, die Teamchemie weiter zu stärken, damit wir am Wochenende unser bestes Tennis spielen können. Ich habe volles Vertrauen in unser Team. Wenn wir unser Level bringen, bin ich überzeugt, dass wir eine sehr gute Chance haben.“
Fotos: NÖ Open/Manfred Binder