Perfekter Österreicher-Tag: Misolic, Neumayer und Hipfl siegen in Tulln
Perfekter Dienstag für Österreich bei den NÖ Open powered by EVN (6. bis 13. September 2026): Filip Misolic feierte bei seinem ersten Turnierauftritt auf heimischem Boden nach seiner langen Verletzungspause einen souveränen Zwei-Satz-Erfolg. Für die zweite rot-weiß-rote Erfolgsmeldung bei der sechsten Auflage in der Gartenstadt Tulln sorgte Wildcard-Starter Nico Hipfl, der mit einem starken Auftritt seinen ersten Sieg im Hauptbewerb eines ATP-Challengers verbuchte. Lukas Neumayer, Finalist von 2024, legte kurz darauf nach und komplettierte mit seinem Einzug ins Achtelfinale den perfekten Österreicher-Tag.
Wenige Tage nach seinem Comeback bei den US Open durfte Filip Misolic auch in Österreich wieder über einen Sieg jubeln. Der 25-jährige Steirer setzte sich gegen den an Nummer sieben gesetzten Deutschen Henri Squire mit 6:4, 6:0 durch und zeigte dabei vor allem mit Fortdauer der Partie eine starke Vorstellung. Dabei verlief der Start zunächst durchaus wechselhaft. Misolic musste früh einen Breakball abwehren, nahm anschließend selbst seinem Gegner den Aufschlag ab, kassierte postwendend das Rebreak und schaffte wenig später erneut das Break. Nach einer von Nervosität geprägten Anfangsphase fand der Steirer zunehmend seinen Rhythmus und brachte den ersten Durchgang mit 6:4 ins Trockene. Im zweiten Satz übernahm Misolic endgültig das Kommando, agierte konstant und druckvoll und ließ Squire kein einziges Game mehr.
„Es fühlt sich unglaublich an. Die Freude ist sehr groß, dass ich wieder am Platz bin. Mehr kann ich mir eigentlich nicht wünschen. Und dann gleich mit einem Sieg zu starten, ist etwas Besonderes“, freute sich Misolic über das gelungene Heim-Comeback. Dass das Ergebnis am Ende deutlich ausfiel, täuschte für ihn ein wenig über den schwierigen Beginn hinweg. „Vom Ergebnis her schaut es wahrscheinlich leichter aus, als es sich für mich am Platz angefühlt hat. Ich war schon sehr nervös, vor allem am Anfang. Umso glücklicher bin ich, dass ich wieder die Chance habe, hier zu spielen.“
Hipfl feiert ersten Challenger-Hauptbewerbssieg
Für die zweite österreichische Erfolgsmeldung des Tages sorgte Nico Hipfl. Der mit einer Wildcard ausgestattete Österreicher ließ dem Tschechen Hynek Barton beim 6:3, 6:3 wenig Entfaltungsmöglichkeiten und feierte damit einen besonderen Meilenstein: Erstmals in seiner Karriere gewann Hipfl ein Match im Hauptbewerb eines ATP-Challengers.
Von Beginn an präsentierte sich der Österreicher selbstbewusst und bestätigte damit seine gute Form der vergangenen Wochen. Auch die besondere Atmosphäre bei seinem Heimauftritt wusste der 20-Jährige für sich zu nutzen und durfte sich nach dem verwandelten Matchball über großen Jubel in Tulln freuen. „Ich bin sehr froh und auch dankbar für die Wildcard. Ich glaube, dass ich mich in der letzten Zeit ziemlich gut entwickelt und gute Wochen gehabt habe. Dementsprechend bin ich mit viel Selbstvertrauen in diese Woche gegangen“, erklärte Hipfl nach seinem Premierensieg. „Zu Hause zu spielen, ist natürlich immer etwas Besonderes. Ich fühle mich momentan sehr gut und habe zuletzt einen großen Schritt gemacht.“
Mit dem gelungenen Auftakt ist für den Wildcard-Starter in Tulln noch lange nicht Schluss. Bereits mit Blick auf die nächste Aufgabe zeigte sich Hipfl, der am Mittwoch um 11:30 Uhr auf den Argentinier Alex Barrena trifft, angriffslustig: „Natürlich habe ich nicht damit gerechnet, dass es heute so gut funktioniert. Aber ich bin ready für morgen.“
Neumayer komplettiert perfekten Österreicher-Tag
Für den perfekten Dienstag aus österreichischer Sicht sorgte schließlich Lukas Neumayer. Der Tulln-Finalist von 2024 setzte sich gegen den Qualifikanten Svyatoslav Gulin (AIN) souverän mit 6:4, 6:2 durch und zog damit als dritter Österreicher an diesem Tag ins Achtelfinale ein. „Ich bin zufrieden, dass ich in zwei Sätzen gewonnen habe, aber meine Leistung war nicht so gut. Die letzten Tage habe ich im Training wirklich sehr gut gespielt und dadurch vielleicht auch etwas zu hohe Erwartungen an mich selbst gehabt“, bilanzierte Neumayer. Vor allem mit seiner Vorhand und der Quote beim ersten Aufschlag haderte der Salzburger. „Im Training ist der Arm oft ein bisschen lockerer. Diese Leichtigkeit muss ich jetzt auch im Match wiederfinden. Manchmal können dafür schon zwei Games reichen, aber man muss es sich erarbeiten.“
Am Donnerstag wartet der Argentinier Juan Manuel La Serna, der sich zum Auftakt mit 6:3, 7:5 gegen den Schweden Olle Wallin durchsetzte. Neumayer weiß, was ihn erwartet: „Er ist ein solider Spieler, der wenig Fehler macht. Ich muss schauen, dass ich meine Leistung im Vergleich zu heute steigern kann. Dann freue ich mich auf das Match.“
Damit stehen nach dem Dienstag gleich drei Österreicher im Achtelfinale der NÖ Open powered by EVN. Während Nico Hipfl bereits am Mittwoch um 11:30 Uhr gegen den Argentinier Alex Barrena um den Einzug ins Viertelfinale kämpft, trifft Lukas Neumayer am Donnerstag auf Juan Manuel La Serna (ARG). Filip Misolic bekommt es in der Runde der letzten 16 mit dem Sieger der Partie zwischen dem Spanier Miguel Damas und dem Schweizer Mika Brunold zu tun.
Fotos: NÖ Open/Manfred Binder