Von Jahr zu Jahr stärker: NÖ Open powered by EVN setzen Erfolgsgeschichte in Tulln fort

Foto: NÖ Open/Manfred Binder

Die sechste Auflage der NÖ Open powered by EVN hat wieder gezeigt, welchen Stellenwert internationales Spitzentennis in der Gartenstadt Tulln mittlerweile genießt. Hochklassiger Sport, bis auf ein überschaubares Regenfenster perfektes Tenniswetter und mit dem Viertelfinaleinzug von Lukas Neumayer kurz vor dem Davis Cup gegen Belgien ein starkes rot-weiß-rotes Lebenszeichen sorgten für eine rundum gelungene Turnierwoche. Für Turnierdirektor Florian Leitgeb von Champ Events steht fest: Der enorme Aufwand hat sich auch 2026 bezahlt gemacht.

„Wir können sehr zufrieden sein. Wir hatten traumhaftes Wetter, haben feines Tennis gesehen und mit Lukas Neumayer einen Österreicher bis ins Viertelfinale gebracht. Selbst als am Halbfinaltag kein Österreicher mehr im Turnier stand, war der Center Court sehr gut gefüllt und die Stimmung ausgezeichnet – ein Beleg dafür, dass die heimischen Spieler zwar die größten Zugpferde sind, das Publikum aber genauso gerne Tennis auf hohem Niveau genießt. Natürlich träumen wir weiterhin vom ersten österreichischen Einzelsieg in Tulln, aber insgesamt war das eine sehr positive Woche“, bilanziert Leitgeb.

Viel Arbeit für eine Woche Spitzentennis

Was die Zuschauer:innen während einer Turnierwoche erleben, ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Die Vorbereitungen auf ein ATP-100-Challenger beginnen für Leitgeb und sein Team praktisch unmittelbar nach dem letzten Matchball des Vorjahres. Sechs bis neun Monate intensive Arbeit im Hintergrund sind notwendig, ehe auf der Anlage des TC Tulln tatsächlich aufgebaut wird.

Sponsoren müssen betreut und neue Partner gewonnen, Zeitpläne mit zahlreichen Dienstleistern abgestimmt sowie Infrastruktur, Büros und Tribünen organisiert werden. Bereits am Montag vor Turnierbeginn startet der eigentliche Aufbau auf der Anlage – von Strom und Verkabelung über die Einrichtung der Arbeitsbereiche bis zum letzten Feinschliff auf den Sandplätzen. Inklusive Auf- und Abbau verbringt das Organisationsteam rund drei Wochen vor Ort.

„Unser Kernteam ist sehr klein. Ich habe einen fixen Mitarbeiter, dazu kommen projektbezogene Kräfte und zum Glück viele Volunteers, die großteils aus dem Club kommen. Und da gibt es auch für mich als Turnierdirektor kein Anschaffen aus der Distanz. Anders wäre ein Event dieser Größenordnung wirtschaftlich kaum darstellbar. Ein großes Danke gilt allen, die mit ihrem Commitment und ihrer großen Mithilfe dieses Turnier im SPORTLAND Niederösterreich ermöglichen“, erklärt Leitgeb.

Stabiles Budget trotz steigender Kosten

Eine Entwicklung, auf die Leitgeb besonders stolz ist: Trotz steigender Kosten kann das Turnier auch in seiner sechsten Auflage mit einem weitgehend stabilen Budget arbeiten. Möglich macht das neben einem schlanken Organisationsmodell vor allem die langfristige Unterstützung verlässlicher Partner. „Dass uns Partner wie beispielsweise unser Presenting-Partner EVN und das SPORTLAND Niederösterreich über so viele Jahre die Treue halten, ist alles andere als selbstverständlich. Dieses Vertrauen ist für uns enorm wichtig. Ohne diese Unterstützung wäre ein Challenger auf diesem Niveau nicht möglich.“

Premiere am Süddeck

Auch abseits des Center Courts wurde das Turnier 2026 weiterentwickelt. Erstmals lud Champ Events Sponsoren, Partner und Unterstützer aus Politik und Wirtschaft zu einem gemeinsamen Abend am Süddeck an der Donau. In entspannter Atmosphäre standen der persönliche Austausch, neue Kontakte und das Netzwerken im Mittelpunkt.

„Wir wollten allen Stakeholdern eine Bühne geben, die das Turnier abseits des Platzes tragen. Die enge Verbindung zwischen Veranstalter, Partnern, Stadt, TC Tulln und SPORTLAND Niederösterreich ist längst ein wichtiger Bestandteil der NÖ Open powered by EVN. Es war ein gelungener Abend und wie heißt es so schön: Beim Reden kommen die Leute zusammen“, so Leitgeb.

„Wir wollen näher an die ATP-Tour“

Sportlich und organisatorisch bleibt der Anspruch hoch. Die ATP definiert für Challenger-Turniere in einem umfangreichen Regelwerk klare Standards – von Warm-up- und Cool-down-Möglichkeiten über Spieleressen und Hotel bis hin zu Fitness- und Aufenthaltsbereichen. In Tulln will man sich damit aber nicht begnügen. „Wir haben von Anfang an versucht, nicht einfach nur das Challenger-Regelbuch abzuarbeiten. Unser Anspruch war immer, beim Setup nach oben zu schauen und so nahe wie möglich an ein ATP-250-Turnier heranzukommen. Wir machen Jahr für Jahr einen großen Schritt. Das Schöne ist, dass es von den Spielern gesehen und wertgeschätzt wird“, erklärt Leitgeb.

Dass dieser Aufwand auch für den heimischen Tennissport Bedeutung hat, ist für den Turnierdirektor ein entscheidender Punkt. Nach dem Wegfall anderer österreichischer Challenger ist die Zahl der internationalen Turniere auf diesem Niveau wieder überschaubar geworden. Gerade für jene heimischen Profis, die überwiegend auf der Challenger Tour unterwegs sind, sind Starts vor der eigenen Haustür besonders wertvoll. Heimturniere ermöglichen Wildcards, reduzieren Reisekosten und bieten die Chance, wichtige Weltranglistenpunkte vor eigenem Publikum zu sammeln.

„Wir leben auch von unseren Österreichern. Man sieht jedes Jahr, was es mit dem Publikum macht, wenn unsere Spieler weit kommen. Gleichzeitig sparen sie sich eine Reise irgendwohin auf der Welt und können diese Ressourcen beispielsweise dafür einsetzen, ihren Coach eine Woche länger mitzunehmen. Genau deshalb sind solche Turniere für die Entwicklung des österreichischen Tennis so wichtig. Ich bin überzeugt, auch wenn es aktuell wirtschaftlich nicht einfach ist, dass wieder Turniere auf diesem Niveau hinzukommen werden“, sagt der Veranstalter der Challenger-Turniere in Tulln und Mauthausen.

Fotos: NÖ Open/Manfred Binder

Zurück